21.02.2020

Ich bin nicht gut genug!

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Ich bin nicht gut genug!

Vor ein paar Wochen saß ich mit Freundinnen beim Kafffeplausch. Wir redeten über dies und das und das Leben im Allgemeinen. Irgendwann sagte ich in die Runde: „zu viele Menschen haben den Glaubenssatz verinnerlicht ‚Ich bin nicht gut genug‘. Es wurde still um mich herum und einigen meiner Freundinnen schossen Tränen in die Augen. Es reagierten Frauen, die bisher den Eindruck machten, sie hätten ihr Leben im Griff. Frauen, die erfolgreich waren im Job, die eine glückliche Partnerschaft lebten, mit einem scheinbar harmonischen Familienleben … Kaum aber hatte ich den Satz „Ich bin nicht gut genug“ ausgesprochen, brachen Dämme. Ich hatte einen wunden Punkt berührt. Und dann hörte ich Geschichten von Frauen, die hinter der wunderschönen Fassade ihres Lebens ihren tiefen Schmerz mit Alkohol, übermäßigem Essen oder Kaufsucht zu betäuben versuchten. Frauen, die unter Migräne-Attacken, unter chronisch-entzündlichen Krankheiten litten. Und die alle von sich glaubten, nicht zu genügen. Wer glaubt, nicht zu genügen, dem fehlt in der Regel auch die Selbstliebe. Und das ist der Ursprung so vieler Krankheiten, psychischer Störungen, von Süchten und Selbstsabotage. Warum missbrauchen erfolgreiche Menschen nicht selten Alkohol und andere Substanzen? Warum bringen sich gefeierte Stars um? Es heißt dann: „Der Erfolgsdruck war zu hoch“ oder „Ihr ist der Ruhm zu Kopf gestiegen.“ Das mag auf den ersten Blick zutreffen. Was aber dahinter liegt, ist oft „Ich bin nicht gut genug.“ Wer das glaubt, kann hochtalentiert, hochdekoriert und bejubelt sein: er wird seinen Erfolg als unverdient empfinden. Wer früh genug erfahren hat, nicht O.K. zu sein, für den ist das DIE WAHRHEIT. Wenn wir das verinnerlicht haben, sorgt unser Gehirn dafür, diese WAHRHEIT immer wieder zu bestätigen. Dann tun wir Dinge, die unseren Erfolg zunichtemachen und nicht selten zerstören wir uns selbst, weil wir es ja „nicht wert“ sind, glücklich zu leben. Falls auch du von dir glaubst: „Ich bin nicht gut genug.“, woher kommt deine Überzeugung? Woran misst du deinen Wert? Und: stimmt das überhaupt? Diese Fragen sind der erste Schritt zu positiver Veränderung.

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