06.03.2018

Aus EFT wir TapVis

Wie TapVis entstanden ist

Seit zehn Jahren arbeite ich begeistert und erfolgreich mit der Klopfmethode, die als EFT (Emotional Freedom Techniques) bekannt geworden ist.
Das Beklopfen einiger Meridianpunkte kann man wunderbar mit anderen Techniken verbinden, zum Beispiel mit inneren Bildern. Hypnose und Visualisierung schaffen einen guten Zugang zum Unterbewusstsein. Aus diesen Elementen habe ich TapVis entstehen lassen: Tapping & Visualization.

Das zu bearbeitende Problem ruft bei jedem auch immer ein Gefühl irgendwo im Körper hervor, wenn es angesprochen wird; z.B. "Engegefühl im Hals", "Druck im Oberbauch" oder "Stechen in der Herzgegend". Bevor wir klopfen, bitte ich meine Klienten, sich auf dieses Gefühl zu konzentrieren und es vor ihrem geistigen Auge in einen Gegenstand, ein Lebewesen oder Ähnliches zu verwandeln. Das hilft zum einen mir, mich in das entstandene Bild einzuschwingen und zum anderen dem Klienten, etwas mit diesem "Ding" zu machen; damit zu spielen; es zu verändern oder es aufzulösen. Diese Visionen sind quasi Übersetzungen des Unbewussten von komplexen Themen in eine leichter verständliche Bildersprache.

So arbeite ich mit TapVis

In der ersten Klopfrunde wird mit der offensichtlichen, generalisierten Störung begonnen. Fast immer sind hinter dem vordergründigen Problem tiefer liegende Auslöser versteckt. Sie sind uns aber zunächst nicht bewusst. Mit dem Tapping und unseren Fantasiebildern können wir uns Stück für Stück an das Eigentliche heranarbeiten, quasi auf Zehenspitzen und damit auf sanfte Art. Das ist besonders wichtig, wenn es sich um traumatische Auslöser handelt. Das Erinnern geschieht nicht mit vollere Wucht.

Beispiel:

Eine Klientin hat Angst, vor einer größeren Gruppe von Menschen zu sprechen.
In der ersten Runde wird die Angst benannt. Jetzt frage ich nach dem dazu gehörigen Körpergefühl und seiner Intensität - Antwort: Engegefühl im Hals, Stärke 8.

In der zweiten Runde wird das Engegefühl beklopft. Die Klientin soll ein Bild daraus enstehen lassen. Sie beschreibt eine Schlinge um den Hals. Sie soll diese Schlinge ganz präzise beschreiben (Material, Beschaffenheit, Größe, Dicke, Farbe usw.).

Es folgt eine Klopfrunde mit "Schlinge um den Hals" mit Erwähnen der Attribute.

Jetzt unterbrechen wir das Klopfen. Ich frage die Klientin, was sie mit der Schlinge machen möchte. Will sie diese behalten oder los werden? Falls sie sich davon befreien möchte: Wer oder was kann ihr dabei helfen? Alles ist möglich. Sie ist Regisseurin ihres inneren Filmes. Das, was spontan in ihrer Fantasie auftaucht, ist genau das Richtige. Es ist die Antwort aus dem Unbewussten. Denn genau dort liegt bereits die Lösung bereit. Es ist immer wieder erstaunlich, welche "Werkzeuge" oder Handlungen vor dem geistigen Auge enstehen können. Und genauso erstaunlich sind die Veränderungen, die jetzt unmittelbar nach den ausgedachten Interventionen stattfinden.

Abfrage der Veränderung: Hier ist alles möglich. Das Gefühl kann schwächer oder stärker geworden sein. Es kann eine neue Empfindung an anderer Stelle entstanden sein oder es ist verschwunden. Ist die Intensität gestiegen, heißt das nicht, dass die Methode unwirksam ist. Es zeigt nur, dass es noch weitere Aspekte aufzudecken gilt, die mit der Problematik der Klientin verbunden sind.
Vielleicht erinnert sich die Klientin auch an eine bestimmte Sitution in ihrer Vergangenheit, z.B.: "Jetzt habe ich ein Bild vor mir, wie ich in der 4. Klasse vor allen Kindern und der Lehrerin einen kurzen Vorrtag über mein schönstes Ferienerlebnis halten soll. Mitten in einem Satz verliere ich den Faden und beginne zu stottern. Einige Kinder fangen an zu lachen. Das verunsichert mich und ich werde puterrot im Gesicht. Ein Junge zeigt mit dem Finger auf mich und prustet: 'guckt mal, die wird ja rot wie eine Tomate'. Die Lehrerin lacht auch noch mit! Ich habe das Gefühl, nackt vor der Klasse zu stehen. Ich möchte im Erdboden versinken. Ich fange an zu weinen, wofür ich nur umso mehr ausgelacht werde."

Ich frage meine Klientin, was sie sie als kleines Mädchen in dieser Lage gebraucht hätte, damit sie besser damit hätte umgehen können. Sie darf diese "Filmszene" jetzt radikal umschreiben. Alles kann sein und alles ist möglich. Wenn ihr nichts Konkretes dazu einfällt, biete ich ihr eventuell eine Farbe an, die stellvertretend für die Lösung steht. Diese Farbe wird spontan und oft auch überraschend für die Klientin auftauchen. Es ist nicht unbeding die persönliche Lieblingsfarbe, sondern wieder eine bildhafte Antwort aus dem tiefsten Inneren, die wir so hinnehmen können, ohne sie in Worte übersetzen zu müssen.

Je nach Entwicklung des Befindens wechseln wir so lange zwischen Klopfen und Visualisierung hin und her, bis die Angst davor, vor einer größeren Gruppe von Menschen zu sprechen verschwunden ist oder wir an dem Punkt angelangt sind, mit dem die Klientin zunächst zufrieden sein kann.

Ich habe hier nicht lückenlos jeden Schritt aufgeführt, den ich in solchen Sitzungen anwende. Dafür gibt es - je nach Situation - zu viele Variablen. Es soll nur verständlich gemacht werden, wie man mit TapVis auch größere Problem in relativ kurzer Zeit effektiv bearbeiten kann. Natürlich gibt es hochkomplexe Themen, die mehrere Sitzungen erforderlich machen. Auch wende ich nicht für alles ausschließlich Tapping an. Es ergibt sich im Laufe unserer gemeinsamen Arbeit und daraus, was der Klient oder die Klientin möchte, welches Instrument das geeignete ist. Dafür habe ich ja einen umfangreichen "Werkzeugkoffer".

Wenn Du das Tapping näher kennen lernen und die Energie einer Gruppe nutzen möchtest, bist Du herzlich eingeladen zu unserem monatlich stattfindenden Event im Raum Mirabeau, Koppel 8, in Hamburg St. Georg. Da wir hier mit verschiedenen Varianten des Tapping arbeiten, sprechen wir bei dieser Gemeinschaftsveranstaltung immer von EFT. Lass Dich überraschen, was sich während einer solchen Sitzung (und auch hinterher) bei dir verändert; welche Dynamik innerhalb der Gemeinschaft ensteht und wieviel Spaß wir alle dabei haben.

Du kannst Dich hier über das Anmeldeformular oder über Meetup anmelden.

Wir - Rudi und ich - freuen uns auf Dich!

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